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noch einmal von von Christoph
Weppelmann
Kommen wir jetzt zu zentralen Teil des Rollenspiels: Der
eigene Spielercharakter.
Leider ist es unmöglich an dieser Stelle alle Fragen zu
beantworten: Zu Vielfältig sind die Systeme und die Möglichkeiten zu spielen.
Hier aber einige wichtige Tips für jeden, der gerade als
Neuling seinen Charakter "sucht":
 | Lasse Dir zunächst den Hintergrund des Rollenspielsystems
vom Spielleiter in aller Ruhe erklären. Dabei mußt (und kannst ) Du am
Anfang nicht alles merken oder verstehen. Die meisten Spielwelten sind dazu
zu komplex. Nimm diese Tatsache aber als Vorteil: Dein junger Charakter
kennt seine Umwelt vielleicht nur bis zu nächsten Dorf oder höchsten einen
Planeten in der weiten Galaxie. Er ist Neuling im Abenteurergeschäft und
hat wenig Ahnung von der Welt da draußen. Du als Spieler lernst die
"Welt" mit und durch Deinen Charakter kennen. Überlaß es ruhig
dem Spielleiter, Dir und Deinem Charakter die Orte und Bräuche näher zu
bringen. |
 | Nimm Dir ruhig Vorbilder aus Romanen und Filmen, wenn es
um die Grundidee geht. Aber bitte, bitte: Versuche niemals eine Film- oder
Romanfigur zu kopieren. Die Enttäuschungen weil Dinge doch nicht so gut
klappen wir in der Vorlage sind nicht schön. Außerdem hängt die Meßlatte
für das Rollenspiel dann ziemlich hoch. |
 | Um einen Charakter im Spiel immer wieder zu
"finden" kann es hilfreich sein ihm bestimmte Marotten,
Sprachfehler, Dialekte oder "Zitate" zu geben. Allerdings sollten
diese "Macken" auch zum Typ passen. Und noch ein heißer Tip: Du
spielst einen Charakter u.U. häufiger, überlegt also vorher ob eine
Marotte oder ein Sprachfehler wirklich über längere Zeit spielbar sind.
Und noch eine Bitte: Wenn jemand keine geeignete Macke findet, sollte lieber
darauf verzichtet werden. (Kannst Du Dir vorstellen wie nervig es ist eine
Runde voller sächsischer Lispler zu haben. Nichts gegen einen, aber alle...?). |
 | Auch Körperhaltung oder bestimmte Bewegungen mit den Händen
können im Spiel helfen, den Spieler von seinem Charakter zu unterscheiden.
Strahlende Ritter sitzen wahrescheinlich selbstbewußter und aufrechter als
düstere Gesellen. |
 | Nimm Rücksicht auf das was Du bist. Natürlich sollst Du
in die Rolle eines ganz anderen Menschen/ Wesens schlüpfen. Aber gerade als
Anfänger (aber auch für viele Erfahrene gilt): Der Spieler sollte den
Charakter mit Leben füllen, was einfacher geht, wenn wenigstens einige
gemeinsame Züge vorhanden sind. Oder um es mit einem Gegenbeispiel deutlich
zu machen: Ein kleinwüchsiger, bleicher, undeutlich sprechender Mann mit
fettigen Haaren und Dreitagebart will eine wunderschöne Elfin mit
glockenklarer Stimme darstellen. Irgendwie schwierig, nicht ? |
 | Der entstehende Charakter wird in verschiedensten
Bereichen mehr Können als der Spieler. So haben durchschnittliche Chraktere
bestimmt bessere Kampffertigkeiten als ihre Spieler (hoffentlich). Für
viele ist das am Anfang ein Problem bei der Darstellung. Keine Angst, um
diese Probleme zu beseitigen, gibt es die Regeln. |
 | Wer einen Charakter führt, der wird auf andere
Spielercharaktere treffen, genauso wie auf die Nichtspielercharaktere des
Spielleiters. Wichtig ist es mit diesen Anderen in Interaktion zu treten:
D.h. in der eigenen Rolle mit ihnen zu reden, zu planen und zu lachen.
Versuche möglichst viel in Deiner Rolle zu machen. Der Aspekt des
Charakterspiels sollte in einer guten Runde mindestens so wichtig sein wie
der des Abenteuerlösens. |
 | In jedem Rollenspielsystem findet sich eine Anleitung zur
Charaktererschaffung. Diese sollte man ruhig Punkt für Punkt mit dem
Spielleiter durchgehen. Dabei werden schon die meisten Probleme angesprochen
oder erklärt. Niemand sollte am Anfang seinen Charakter alleine entwickeln,
weil es doch eine Menge an Informationen sind, die auf einen einstürmen.
Ein erfahrener Spieler kann helfen die wichtigen von den zunächst
unwichtigen zu trennen. |
 | Spieler können Denken, Charaktere auch. Jeder Spieler
sollte versuchen für seinen Charakter zu denken. Charaktere haben
normalerweise einen natürlichen Überlebenswillen und werden sich nicht
ohne Grund in wirklich aussichtlose Situationen stürzen. |
 | Anfänger sollten zunächst darauf verzichten Außerirdische
Wesen, Zwerge u.ä. zu spielen. Diese Wesen haben alle eigene
Weltanschauungen und Kulturen, in die man sich vielleicht etwas einarbeiten
sollte, um sie wirklich darzustellen |
 | Neulinge sollten auf gar keinen Fall irgendwelche
Magiebegabten spielen. Dazu gehören Hexen, Jedi-Ritter, Zauberer usw. In
jedem System stellt die Magie ein eigenständiges, zusätzliches Regelwerk
dar, was den Anfänger unter Garantie wegen der Regelmenge überfordern
wird. |
Natürlich gibt es wahrscheinlich noch einiges zu sagen, wie man
an einen neuen Charakter herangehen sollte. Für Fragen steht aber bestimmt der
jeweilige Spielleiter zur Verfügung.
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