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Fast(!) alles, was auf diesen Seiten steht, ist geklaut - von Christoph
Weppelmann
Rollenspiel – Was ist das?

.... durch spielerisches Nachahmen von Rollen versuchen
Kinder ab dem fünften Lebensjahr soziale Interaktionen einzuüben (Meyers
Grosses Taschenlexikon, Bd.18 Pur – Rt. – Aktualisierte Neuausg. – 1983.
ISBN 3-411-02118-7)
 | Rollenspiel ist, wenn einige ziemlich phantasiebegabte Männer und Frauen
um einen Tisch herum sitzen und so tun, als ob sie gar nicht da wären. |
 | Rollenspiel ist ein Hobby, bei dem alles passieren kann und fast nichts
tatsächlich geschieht. |
 | Rollenspiel ist eine Möglichkeit mit ziemlich vielen echt harten Leuten
eine Menge Probleme zu haben und doch am nächsten Tag ohne
Kieferbeschwerden aufzuwachen. |
 | Rollenspiel ist ... |
In Ordnung, versuchen wir es mit einer etwas weniger verwirrenden Beschreibung:
Jeder von Euch hat bestimmt schon einmal davon geträumt, der Held eines
bestimmten Buches oder Filmes zu sein. Die meisten haben sich sicher schon
einmal überlegt wie es wäre in einer anderen Zeit oder an einem anderen Ort zu
sein. Haben wir alle uns dann nicht vorgestellt dort etwas besonderes zu
erleben. Und ganz ehrlich: Habt Ihr Euch nicht auch so manches mal über die
Dummheit eines Filmhelden geärgert. Habt Ihr nicht oft einfach besser gewußt,
was zu tun ist, als diese Döspaddel von Romanfiguren.
Beim Rollenspiel geht das alles, und das sogar mit anderen: Die Spieler
stellen in einer imaginären Welt von ihnen gewählte Personen dar, die
gemeinsam Abenteuer erleben und Aufgaben erfüllen. Dabei geht es darum diese
andere Person mit Leben zu füllen, sie als eigenständige Figur zu erschaffen.
("Charakter")
Keine Angst – das Allerwichtigste am Spiel ist natürlich der Spaß.
Niemand verlangt oscarreife Darbietungen. Lediglich die Bereitschaft, mit
anderen gemeinsam seine Phantasie fliegen zu lassen, sollte jeder mitbringen.
Rollenspiel ist die Simulation von Ereignissen. Um ein Zusammenspiel zu ermöglichen
ist es deshalb notwendig, das gemeinsame Regeln vorhanden sind. Normalerweise
wird über bestimmte Würfelsysteme festgestellt, ob etwas gelingt oder nicht.
Also, niemand muß einen Berg besteigen, nur weil seine Spielerperson das will.
("Rollenspielsystem") Eine
praktische Situation: Der Spielleiter erzählt mir, daß ich gerade vor einem
ziemlich böse aussehenden Riesen stehe, der mir definitiv ans Leder will. Laufe
ich weg? Verwickle ich ihn in ein philosophisches Gespräch, bis er sich in ein
Logikwölkchen auflöst? Trete ich ihm gehörig in die Familienplanung? Ziehe
ich mein schweres MG und puste ihn weg? Oder zieh ich lieber einen Zweihänder
und säbel ihm den Kopf runter? Wie ich mich auch entscheide, es wird
Konsequenzen haben. Entscheide ich mich richtig und würfel ich auch noch
erfolgreich, dann werde ich überleben.
Noch nicht alles klar? Verständlich, den leider läßt sich das mit dem
Rollenspiel nicht kurz mal eben erklären. Warum sich eine Gruppe von Menschen
gemeinsam in eine Traumwelt begibt um dort mit erdachten Personen irgendwelche
Situationen zu bestehen ist für den Beobachter vielleicht wirklich schlecht
begreifbar. Aber laß Dir eines gesagt sein, lieber Beobachter: Es macht eine
ganze Menge gute Laune.
Rollenspiel – eine eigene "Sprache"?
Wie bei jedem Hobby hat sich auch im Rollenspiel ein gewisser
"Slang" entwickelt. Deshalb sollen an dieser Stelle jetzt einige der
wichtigsten Abkürzungen und Begriffe erläutert werden:
| Begriff |
Erklärung |
| Abenteuerpunkte |
Siehe ERFAHRUNGSPUNKTE |
| Attribute |
In den meisten ROLLENSPIELSYSTEMEN
besitzen Charaktere bestimmte nur schwer veränderbare
Grundeigenschaften wie z.B. Stärke, Intelligenz und Ausdauer. Die
Attribute sind in der Regel die Grundlage für die Beherrschung von FÄHIGKEITEN
. Attribute lassen sich unter Umständen durch ERFAHRUNG
verbessern. |
| Charakter |
Siehe SPIELERCHARAKTER,
NICHTSPIELERCHARAKTERE |
| Charakterbogen |
Sieht etwas aus wie ein
Formular und ist für jede ROLLENSPIELSYSTEM
anders gestaltet. Auf ihm sind die Grundeigenschaften (ATTRIBUTE
) und FÄHIGKEITEN vermerkt. Ohne den
Charakterbogen bzw. die auf ihm verzeichneten Daten ist es unmöglich
einen SPIELERCHARAKTER in eine Spielwelt
einzubauen. |
| Charakterpunkte |
Siehe ERFAHRUNGSPUNKTE |
| Erfahrung |
Wie auch im realen Leben
durch Ereignisse die passieren bzw. durch Lernen die FÄHIGKEITEN
und ATTRIBUTE einer Person verändert werden können,
sie ist die für CHARAKTERE ebenfalls möglich.
Am Ende eines Abenteuers (oder wann er es für gegeben hält) verteilt
der SPIELLEITER ERFAHRUNGSPUNKTE,
mit denen man nach bestimmte Regeln seinen SPIELERCHARAKTER
verbessern kann. |
| Erfahrungspunkte |
Werden vom SPIELLEITER
vergeben und können dazu benutzt werden das Können eines SPIELERCHARAKTERS
zu verbessern. Verschiedene ROLLENSPIELSYSTEM
bezeichnen die Erfahrungspunkte anders. Was man mit den Punkten alles
anfangen kann ist auch in den einzelnen Systemen unterschiedlich. (auch
Karmapunkte, Charakterpunkte, Abenteuerpunkte) |
| Fähigkeiten |
Jede Mensch/ jedes Wesen
besitzt Fähigkeiten wie Klettern, Autofahren, Pistolenschiessen,
Sandburgenbauen oder Computerbenutzung. Also haben auch SPIELERCHARAKTERE
solche Eigenschaften. Wie gut sie bestimmte Dinge beherrschen und ob überhaupt
wird in der Regel von den ATTRIBUTEN bestimmt
und auf dem CHARAKTERBOGEN vermerkt. Fähigkeiten
lassen sich durch ERFAHRUNG verbessern. |
| Goldene Regel, Die |
"Der SPIELLEITER
hat immer Recht !" Es kann noch so viele Regeln geben, es gibt
immer wieder Situationen in denen der gesunde Menschenverstand
entscheiden muß. Damit eine Runde nicht zum
Diskussionsforum über untergeordnete Regeldetails verkommt, hat der SPIELLEITER
immer die letzte Entscheidung. |
| GM |
Abk. für SPIELLEITER
(engl. Gamemaster) |
| Grundregelwerk |
Genau das was es meint: Alle
zum Spiel notwendigen Regeln, einschließlich der Charaktererschaffung.
Ohne dieses ist kein Spiel möglich. |
| Kampagne |
Eine über viele Abenteuer
und Abende angelegte langfristige Saga. Kampagnen werden von festen Runden
mit festen SPIELERCHARAKTEREN unter Umständen
über Jahre gespielt. Die Wohl bekannteste Kampagne ist die
"Drachenlanze", die mittlerweile als Romanserie erschienen ist
und auf einer AD&D Kampagne beruht. |
| Meister |
Siehe SPIELLEITER |
| Nichtspielercharaktere |
Alle Personen, denen die
Spieler begegnen und die vom SPIELLEITER
dargestellt werden. Sie können Freunde, Verbündete und Gegner sein. Für
eine gelungene Runde sind interessante Nichtspielercharaktere recht
wichtig. Die Spieler sollten den "Umgang" mit ihnen suchen. |
| NSC |
Abk. für Nichtspielercharakter |
| Probe |
Wenn ein SPIELERCHARAKTER
etwas tun will, einer Situation ausgesetzt ist, verlangt der SPIELLEITER
in der Regel einen Wurf mit den WÜRFELN, um zu
sehen, ob er erfolgreich ist. Proben können in den Vielfältigsten
Situationen fällig werden: Im Kampf, beim Beschatten oder wenn der SPIELERCHARAKTER
kocht. Auch kann getestet werden, ob er in Ohnmacht fällt oder eher
panisch reagiert. |
| Quellenbuch |
Neben dem jeweiligen GRUNDREGELWERK
gibt in jedem System veröffentlichte Abenteuer oder Zusatzbücher, in
denen auf bestimmte Aspekte des Hintergrundes genauer eingegangen wird.
In vielen Systemen beinhalten dies Quellenbücher (nicht unbedingt
notwendige) Regelerweiterungen. |
| Rollenspielsystem |
Regel- und Spielsysteme nach
denen Rollenspiele gespielt werden können. Zu einem normalen System gehören
das eigentliche Regelsystem und eine "Welt" auf der gespielt
wird (s.u. Rollenspiel – Die
Systeme) |
| Runde |
Die Gruppe bestehend aus dem SPIELLEITER
den Spielern der SPIELERCHARAKTER , die
gemeinsam Abenteuer spielen. |
| SC |
Abk. für SPIELERCHARAKTER |
| SL |
Abk. für SPIELLEITER |
| SM |
Abk. für SPIELLEITER
(Spielmeister) |
| Storyteller |
Siehe SPIELLEITER |
| Spielercharakter |
Die Person, die ein Spieler
verkörpert, darstellt. Normalerweise ist ein Spielercharakter in
bestimmte "Werte" gefaßt, die ihn in ein ROLLENSPIELSYSTEM
einfügen. |
| Spielleiter |
Derjenige, der die Geschichte
in der sich die SC`s bewegen kennt. Der Spielleiter
ist Erzähler, Darsteller aller nicht von den Spielern verkörperten
Charaktere (NICHTSPIELERCHARAKTERE)
und Schiedsrichter (GOLDENE REGEL).
Ganz einfach ausgedrückt: Er ist Gott in seiner Spielrunde. Allerdings:
Götter , äh Spielleiter kann man wechseln und verlassen. |
| Talente |
Siehe FÄHIGKEITEN |
| W |
Abk. für Würfel |
| W 100 |
100-seitiger Würfel
. Prozentwürfel. Normalerweise werden zwei 10-seitige Würfel
geworfen von denen einer die Zehnerstelle, der andere die Einerstelle
darstellt (echte 100-seitige Würfel sind selten und werden in der Regel
eher als Wurfgeschosse verwendet). |
| Würfel |
Ja, ja schon klar. Ihr wißt
was Würfel sind. Aber habt ihr auch schon von 10, 8, 4 oder 20-seitigen
Würfeln gehört?
Mit Hilfe von Würfeln wird ermittelt, ob ein
Charakter bei einer Aktion Erfolg hat. In den verschiedenen ROLLENSPIELSYSTEMEN
werden dazu die verschiedensten Würfelkombinationen benutzt.
Eine Schreib- und Sprechweise findet man aber überall:
W4, W6, W8 und so weiter meint 4-seitiger, 6-seitiger, 8-seitiger Würfel.
2W8, 4W6 ,1W8 geben die Anzahl der von einer Art zu würfelnden
Würfel an (2W4 meint Zwei 4-seitige Würfel).
Die Würfel werden bei jeder Art von PROBEN
eingesetzt. Sie sind so etwas wie das Schicksal im Spiel. Je besser ein SPIELERCHARAKTER
etwas beherrscht, desto besser ist auch seine Chance beim Würdeln
erfolgreich zu sein.
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| Würfelprobe |
Siehe PROBE |
| XP |
Siehe ERFAHRUNGSPUNKTE
(Expierence Points) |
So das wären die gängigsten Begriffe. Ansonsten werden in
jedem System und von wahrscheinlich jeder Spielergruppe eigene Ausdrücke
benutzt. Allerdings ist es in keinem Fall ein Geheimcode der jahrelanges Studium
benötigt.
Charakter (ka...; griech., eigtl. "eingeprägtes
Zeichen" (bes. Schriftzeichen)) ...In der Psychologie das strukturelle Gefüge
ererbter Anlagen und erworbener Einstellungen und Strebungen, das nach außen
als relative Stetigkeit von Verhaltensmustern die individuelle Eigenart eines
Menschen im Unterschied zu anderen Menschen bestimmt. (Meyers Grosses
Taschenlexikon, Bd.4 Boy – Conc – Aktualisierte Neuausg. – 1983. ISBN
3-411-02104-7)
Rollenspiel – die Gefahren
Richtig, Rollenspiel kann gefährlich sein. Leider gibt es
eine Reihe von Fällen, in denen Spieler so sehr in die Spielwelten eingetaucht
sind, daß ihnen das "Leben" ihres Charakters wichtiger wurde, als ihr
eigenes. Diese Menschen sind "süchtig" nach Rollenspielrunden. Einige
haben sogar ihre Freundin verlassen oder ihren Beruf aufgegeben.
Den Göttern sei Dank, diese Fälle sind selten, sehr selten.
Dennoch ist jedem zu raten ganz deutlich zwischen fiktiven Welten und dem
eigenen Sein zu trennen. Nicht alles was im Spiel geht ist in der Wirklichkeit
machbar. Wenn Ihr an Euch oder anderen solche Züge von Realitätsverlust
bemerkt, sprecht darüber. Es gibt ein Leben außerhalb des Spiels.
Eine weitere wichtige Sache: Sucht Euch Eure Runden aus. Wenn
dort Dinge gespielt werden, die nicht Euer Ding sind, steigt lieber aus. Leider
gibt es einige wenige Spielmeister, die der Meinung sind jeden unbedingt an
irgendwelche psychischen Grenzen zu führen. Wenn ihr einem solchen Leiter
begegnet laßt ihn links liegen: Gute Abenteuer dürfen den Spieler fordern, der
Spielleiter sollte aber nie versuchen über das Spiel an das Innerste eines
Menschen heranzukommen.
Spielinhalte werden wohl vom Spielleiter vorgegeben, aber der
Spieler entscheidet, wie weit er bestimmte Dinge beschreibt. So gibt es z.B.
Spieler, die wahrscheinlich in Ermangelung von echten Erfahrungen dazu neigen,
sexuelle Phantasien am Spieltisch zum besten zu geben. Klar, Sex ist ein
zentraler Teil der menschlichen Existenz. Wenn aber nur ein Spieler oder der
Spielleiter Probleme damit hat sollte die Runde darauf verzichten. Genauso ist
es mit Gewaltdarstellungen und Ähnlichem.
Rollenspielrunden sind keine
Selbsthilfegruppen sondern reines Hobby. Wer bestimmte Erfahrungen im
Spiel ausleben möchte, sollte sich fragen, ob ein Besuch beim nächsten Arzt
nicht angebracht ist.
Das oberste Gebot beim Spiel ist:
Jeder Beteiligte sollte soviel Spaß wie möglich haben, aber nicht auf Kosten
anderer. Rollenspiel verlangt einen Verantwortungsvollen Umgang
miteinander.
So das ist es zunächst gewesen. Wer weitere Fragen hat wende
sich bitte an einen Rollenspieler seines Vertrauens.
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