an Ärzte

alles auf Anfang

von der Seite der Schattenwölfe

Was Du als Arzt wissen solltest


Wenn jemand in Deine Praxis kommt, um sich Schnitte versorgen zu lassen, die er sich vorher selbst zugefügt hat, ist er nicht verrückt! Es handelt sich bei diesen Verletzungen auch nicht um Suizidversuche! Der Mensch, der da jetzt vor Dir steht hat sich verletzt, um sein Leben ertragen zu können, er hat sich verletzt, um sich eben nicht umbringen zu müssen. Es besteht also kein Grund, ihn einweisen lassen zu wollen. Es hat Deinen Patienten sehr viel Mut gekostet, mit den Schnitten zu Dir zu kommen, damit Du sie nähst und desinfizierst. Wenn Du ihn jetzt unberechtigt einweisen lässt, wird er diesen Mut vielleicht nie wieder aufbringen. Das er bei Dir ist, zeigt, dass es ihm wichtig ist, genäht zu werden und die Wunden versorgt zu haben, dass keine Entzündung entsteht. Jemandem, der vor hat von der nächsten Brücke zu springen wäre das relativ egal.
Natürlich kannst Du versuchen, auf den Menschen zuzugehen, und ihm anbieten, mit Dir über das zu reden, was ihn so bedrückt. Auf keinen Fall darfst Du ihn aber bedrängen und unter Druck setzen!
Wenn Du nicht weißt, wie Du reagieren oder Dich verhalten sollst, nicht weißt wie Du fragen sollst ohne Dein Gegenüber zu verschrecken, dann begnüg Dich einfach damit, die Verletzungen zu versorgen, einen Verband anzulegen und Deinen Patienten nach Hause zu schicken.
Vielleicht kommt er ja wieder, und Du weißt dann, welches Verhalten Dir richtig erscheint.

Wenn Du als Arzt von DIS hörst, und nicht daran zweifelst, dass es diese Störung gibt, muss man Dir wahrscheinlich auch noch ein paar Dinge sagen. DIS bedeutet Dissoziative Identitätsstörung. Sehen wir uns das Wort einmal an. Dissoziativ.. ja, ich glaube das kommt von Dissoziation. Wir schließen daraus, dass es sich bei DIS um eine Dissoziative Störung handelt. Ich betone das deshalb so häufig, weil doch tatsächlich viele Ärzte der Meinung zu sein scheinen, dass es sich bei Haldol um ein gutes Mittel gegegn DIS handelt. Ich habe allerdings noch nie gehört, dass jemand bei Dissoziativen Störungen Haldol verschreiben würde.
Also noch einmal: Es handelt sich um eine Dissoziative Störung, keine Psychose!! Und was noch viel wichtiger ist: Wenn Du unbedingt meinst, mit Medikamenten kommen zu müssen, solltest Du unbedingt genau darauf achten, wem Du welches Medikament gibst. Wenn immer ein anderer das Antidepressiva schluckt, wird es wahrscheinlich nicht viel helfen und wenn Du es versehentlich einem der Kinder gibst, kann es zu einer Überdosis kommen. Grundsätzlich vielleicht doch eher ausnahmsweise mal auf medikamentöse Behandlung verzichten.

Und weiter im Text. Sagen wir, es kommt jemand in Deine Praxis, der immer wieder Schmerzen hat, ohne das Du eine körperliche Ursache finden würdest. Dieser Patient muss kein Hypochonder sein, es kann sich bei den Symptomen um Flashbackschmerzen handeln. Oder ein Patient kommt zu Dir, mit starken Bauchschmerzen, Du tastest einen Punkt ab, und der Patient schreit auf, Du tastest noch einmal, und diesmal zeigt er keine Reaktion. Es muss nicht sein, dass dort deshalb nichts ist, vielleicht ist Dein Gegenüber hoch dissoziativ, und hat nicht zugelassen, diesen Schmerz ein zweites Mal zu spüren. Vielleicht kannst Du ihn das fragen, ob er unter Dissoziation leidet, denn dann sollte das auf jeden Fall weiter untersucht werden, trotz das beim zweiten Mal nichts gespürt wurde.