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Mittwoch morgen, 4:30Uhr ...ich bin totmüde, sitze vor dem Rechner und surfe durch die große weite Welt. Chatte mit Freunden, lese, schaue Fernsehen, suche Bilder für meine Homepage, organisiere mal eben zwischendurch einen Geburtstag für eine Freundin, diskutiere über Gott und die Welt, bis mir die Augen zufallen. Jetzt kann ich es wagen, jetzt kann ich ins Bett gehen und schlafen. Kaum in der Waagerechten, bin ich wieder hellwach. Nein, im Schlaf ist man wehrlos, ausgeliefert, bekommt nicht mit, was um einen herum geschieht. Da bleibt man lieber mal wach, macht ein, zwei Nächte durch, um dann wie ein Stein ins Bett zu fallen, die Augen zu schließen und tief und traumlos zu schlafen. So tief und traumlos, dass du aufwachst und es ist, als wäre keine Zeit vergangen. so bekommt wenigstens der Körper das Minimum an Erholung, die er braucht, um nicht zusammenzuklappen. Ich nehme ein Buch zur Hand, einen Comic, leichte Lektüre. Etwas zum Einschlafen, bei schummrigen Licht, beim Lesen werden die Augen schwer, das Buch sinkt auf die Brust, und ich dämmere hinüber. In die Welt der Träume Träume können schön sein, können verwirrend sein, chaotisch, phantastisch, prophetisch, können ganz klar und eindeutig das Tagesgeschehen wiedergeben. Aber sie können auch ganz anders... Ich kriege keine Luft, die Kehle wie zugeschnürt. Unter Wasser, mit Händen um meinen Hals. Kein Entkommen. Oder ich kann mich nicht bewegen. Bin Pinocchio, in Holzwolle in ihre Kiste eingepackt, kein Spielraum, um mal die Beine zu bewegen. Meine Arme wachsen mit meinem Oberkörper zusammen, ich kann sie nicht mehr bewegen. Mein Mund? Ich habe keinen mehr, mundlos, kopflos, und kann nicht schreien. Immer wieder anders, immer wieder gleich.
Ich merke, ich weiß, daß ich träume, aber ich kann nichts tun. Ich merke, wie ich mich wälze, wie ich um mich schlage, trete, ohne Rücksicht auf Verluste, ohne Rücksicht auf meinen Bettgefährten. Teddy oder Mensch. Mein Teddy aber kann mich nicht in den Arm nehmen, meine Arme festhalten, meine Hand, sich schützend zwischen mich und den Rest des Raumes legen, und mich beruhigend summend wieder in den traumlosen Schlaf zurückbegleiten. Ist nur mein Teddy da? Ich sitze senkrecht im Bett, keuchend atmend, schwitzend, das Herz rast. Raus hier, Licht an, auf den Balkon und frische, sauerstoffreiche Luft atmen. Eine Zeitung zur Hand nehmen, aber nicht zum Lesen, sondern zum Zerreissen. Das habe ich wenigstens noch unter Kontrolle, das klappt doch noch! 2 Stunden Schlaf, immerhin, was will man mehr? Mehr kann man doch kaum verlangen, oder? Oder aber sogar den Mut fassen zum Weiterschlafen. Wieder zurück ins Bett, zwei anstrengende Stunden Schlaf krieg ich vielleicht noch. Und der Alptraum sitzt unter meinem Bett, wartet dass ich allein bin, daß das Licht ausgeht, daß ich schlafe.
Es ist zum Glück nicht jede Nacht so. Es gibt auch
wochenlange Phasen, in denen ich wie ein Baby schlafe, mich morgends freue, daß
ich wieder so einen herrlich chaotischen Traum hatte und mich mit 8 Stunden
Schlaf in den Tag stürzen kann. |